Hi, ich bin Adelia – und ich möchte absolut ehrlich zu Dir sein.
Heute wirke ich offen, klar und selbstbewusst.
Doch früher war ich genau das Gegenteil.
Als Kind und Jugendliche war ich extrem in mich gekehrt. Still. Verschlossen. Zurückhaltend.
Nicht, weil ich nichts zu sagen hatte – sondern weil ich große Angst davor hatte, was andere über mich denken oder sagen könnten.
Ich habe kaum etwas über mich preisgegeben und wenig gesprochen, aus dem tiefen, schmerzhaften Gefühl heraus, dass mich sowieso niemand mag.
Und so blieb ich quasi meine ganze Kindheit und Jugend unscheinbar oder gar unsichtbar.
Ich wollte mich frei fühlen - aber stattdessen fühlte ich mich gefangen in meiner Rolle.
Ich versank in Gedanken und im Land der Träume.
Anders als andere
Schon früh war da dieses brodelnde Gefühl in mir, dass ich anders denke als viele um mich herum.
Weiter. Höher. Größer.
Nicht lauter – aber intensiver.
Ich habe schon immer groß geträumt und Dinge anders gesehen als die meisten anderen.
Dieses Anders-Denken war nicht leicht.
Oft war es für andere unbequem. Viele konnten mit mir nicht viel anfangen, manche hielten mich für komisch – besonders in der Schulzeit.
Ich habe früh gemerkt, dass meine Art nicht überall reinpasst.
Gleichzeitig hat mich etwas stark getriggert:
Ich habe beobachtet, dass selbstbewusste Menschen scheinbar mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Dass sie gesehen werden. Gehört werden. Ernst genommen werden.
Und oft wirkte es so, als würden sie genau das Leben bekommen, das sie sich wünschen.
Ich habe mich gefragt, wieso andere scheinbar von Natur aus so selbstbewusst sind - und ich nicht.
Warum manche einfach auftreten, sprechen, handeln –
und andere, wie ich, so viel denken und fühlen, aber unsichtbar bleiben.
Wo ich herkomme
Ich komme aus sehr einfachen Verhältnissen.
Finanzielle Freiheit oder große Möglichkeiten waren unvorstellbar.
Vielleicht war genau das ein Teil dieses inneren Spannungsfeldes zwischen dem, was in mir war, und dem, was ich mir selbst zugetraut habe.
Ich wollte ein anderes Leben führen, habe mich aber nicht getraut, etwas zu ändern oder ich selbst zu sein.
Ich bin introvertiert.
Und lange Zeit habe ich das mit „nicht gut genug sein“ verwechselt.
Fast mein ganzes Leben habe ich mit diesem inneren Kampf gelebt.
Ein neues Leben
Dann kam eine Entscheidung, die für mich alles verändert hat.
Ich bin aus einem kleinen Dorf in die Großstadt Düsseldorf gezogen, um Modedesign zu studieren.
Ein eigenes Modelabel, das war mein Traum.
Ein kompletter Neuanfang. Ein neues Leben, das begann – weit weg von alten Mustern.
Ich habe mein Modedesign-Studium absolviert, ein Praktikum in Amsterdam gemacht und einige Zeit in der Modebranche gearbeitet.
Parallel dazu bin ich – das schüchterne Mädchen vom Dorf – als Model über mehrere Laufstege gelaufen.
Meine erste Modenschau war vor rund 2.000 Zuschauern.
Eine Welt, in der viel über Aussehen definiert wird.
Über Präsenz, Haltung, Wirkung.
Gleichzeitig habe ich neben dem Studium auf Veranstaltungen und Messen in der Kundenbetreuung gearbeitet.
Dort habe ich – fast unbemerkt – gelernt, aktiv auf Menschen zuzugehen, Gespräche zu führen und mutig den ersten Schritt zu machen.
Selbstvertrauen durch Erfahrung
Der Traum vom eigenen Modelabel ist zerbrochen – nicht aus Mangel an Vision, sondern aus einem ganz realen Grund:
Ich brauchte Geld zum Leben.
Also habe ich mich für einen festen Job entschieden und als Community Associate in der Bürovermietung angefangen.
Und dort geschah etwas Unerwartetes.
Meine Vorgesetzte hat mir von Anfang an mehr zugetraut, als ich mir wohl selbst.
Ich bekam Freiheiten, Verantwortung und eigenständige Aufgaben.
Mit jeder erfolgreich bewältigten Aufgabe, mit jedem gelösten Problem, wuchs meine Selbstsicherheit.
Meine Kommunikations-Skills entwickelten sich enorm.
Ich wurde klarer, präsenter, selbstbewusster.
Für die Wärme, das Vertrauen und den Raum, den mir diese Frau gegeben hat, werde ich immer dankbar sein.
Weiter wuchs mein Selbstvertrauen, als ich später für die Position als Transaktionsmanagerin in die Immobilienbranche abgeworben wurde –
nicht, weil ich besonders laut war,
sondern weil ich durch meine positive Arbeitsweise und meine Art, mit Menschen zu kommunizieren, aufgefallen war.
Auch dort hatte ich einen großartigen Chef und eine wunderbare Kollegin.
Beide haben mich unterstützt, gefördert und an mich bedingungslos geglaubt – oft mehr, als ich es selbst konnte. Sie waren geduldig mit mir und pushten mich gleichzeitig.
Und auch für sie werde ich wohl immer dankbar sein.
Was ich heute weiß
Rückblickend weiß ich:
Mut und Selbstvertrauen entstehen nicht durch Träumerei oder endloses Nachdenken.
Sie wachsen durch Erfahrungen.
Durch jede Aufgabe, die wir bewältigen.
Durch jedes Problem, das wir lösen.
Durch jeden Moment, in dem wir handeln – auch mit Angst.
Es geht nicht darum, die Angst vollständig loszuwerden und dann erst loszugehen.
Es geht darum, Dinge trotz Angst zu tun –
denn genau dadurch werden wir Menschen selbstbewusster.
Der Wendepunkt
Ich war gut in dem, was ich tat.
Ich wurde gesehen, geschätzt und ernst genommen.
Ich mochte meine Aufgaben, meinen Alltag.
Ein Teil von mir dachte sogar, ich wäre angekommen.
Toller Job. Gutes, geregeltes Einkommen. Sicherheit.
Nach außen sah alles stabil aus.
Doch innen brodelte es trotzdem weiter.
Bis zu dem Moment, in dem mir klar wurde:
Ich will etwas tun, das andere bewegt, weiterbringt, anleitet – und ihre Träume wahr macht.
Etwas, das Menschen glücklicher macht und freier fühlen lässt.
Auch erkannte ich über mein eigenes Leben: Mir rennt die Zeit davon.
Ich hatte alles, was man haben sollte –
aber nicht das, was sich wirklich nach mir angefühlt hat.
Also: jetzt oder nie.
Und genau da habe ich verstanden, was mich all die Jahre zurückgehalten hatte:
Ich hatte mir meinen eigenen Wert nie wirklich erlaubt. Ich darf denken, fühlen und tun, was ich will.
Ich bin gut genug für den Job.
Ich bin gut genug, um anzuziehen, was mir wirklich gefällt – und nicht nur für das Outfit, das mich möglichst unsichtbar macht.
Meine Ideen und Gedanken sind gut genug, um sie vor anderen laut auszusprechen.
Ich bin sogar gut genug, um ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Ich bin es wert respektiert, geliebt und geschätzt zu werden.
Ich darf mich als wertvoll ansehen, genau so wertvoll wie alle anderen Menschen es sind.
Ich bin gut genug.
Und DU bist es auch.
Heute
Heute weiß ich, wie ich offen, klar und selbstbewusst sein kann.
Nicht, weil ich keine Angst mehr habe –
sondern weil die Angst vor der Meinung anderer nicht länger mein Leben bestimmt.
Ich darf mutig sein – trotz Angst.
Ich habe mich entschieden, loszugehen.
Nicht ohne Angst – sondern mit zitternden Knien und rasendem Herz.
Aber trotzdem den ersten Schritt zu machen.
Meine Botschaft
Selbstbewusstsein bedeutet nicht, eiskalt oder egozentrisch zu sein.
Es bedeutet, den eigenen Wert zu erkennen – und ihn nach außen zu tragen.
Es bedeutet sich selbst als gut genug zu sehen - und zu akzeptieren, dass es okay, das auch zu zeigen.
Kintsugi ist eine japanische Kunstform, bei der Zerbrochenes nicht versteckt, sondern mit Gold wieder zusammengesetzt wird.
Für mich steht Kintsugi sinnbildlich dafür, dass jeder Mensch wertvoll ist.
Dass es jeder verdient, gesehen und gehört zu werden und seine Träume zu leben –
ganz egal, wie viel er oder sie bereits durchgemacht hat und ganz gleich, wie viele Narben er hat.
Was es dafür braucht, sind Mut und Selbstbewusstsein.
Nicht irgendwann.
Sondern jetzt.
Wofür ich heute losgehe
Ich gehe heute los, um schüchterne, introvertierte – besonders junge – Menschen zu bestärken,
sich selbst zu erlauben, sichtbar zu sein
und selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen.
Denn meine tiefste Überzeugung ist:
You are gold,
solid gold.
Adelia